Musterbild Musterbild

 

 

 


16.09.2017

Vorinformationen für die Züchter der Schwarzgesäumten

Auf der letzten Richterschulung in Aschersleben wurde beschlossen, dass wir uns auf der HSS in Straßkirchen zu einem Meinungsaustausch über die Bewertungsprobleme bei den Schwarzgesäumten zusammensetzen.

1,0j v 97 STB Lothar Hoyer
0,1j v 97 EC Hans Jürgen Dennerl
0,1j v 97 LKTe Erhard u. Petra Busch

Bei der Besprechung der seltenen Farbenschläge wurde speziell bei den Schwarzgesäumten deutlich, dass bei der Bewertung der Schildzeichnung, aber auch der Binden- und Rückenfarbe erheblicher Klärungsbedarf besteht. Das noch größere Problem sind jedoch die farblichen Unreinheiten im Schenkel- und Bauchgefieder.

Bei der Ausarbeitung von Standardformulierungen gibt es sicherlich Wunschvorstellungen, die aber mit genetischen Vorgaben im Einklang stehen müssen. Es ist für die Rasse (Farbenschlag) kontraproduktiv, wenn Bewertungsvorgaben mit der genetischen Realität nicht vereinbar sind. Das wäre ein fataler Fehler.

Eine entscheidende Standardänderung wurde 1995 im Einvernehmen mit dem BZA vorgenommen. Seit der Erzüchtung, vor ca. 160 Jahren, wurde immer von Geschuppten berichtet. Über die Farbe und Zeichnung der einzelnen Schildfedern findet man keine detaillierten Erläuterungen. Eine Ausnahme bildet ein Rassebericht in der Geflügelbörse Nr. 24 von 1941 von W. Strotzner: ,,Geschuppt ist ein Strasser, bei dem jede Feder schwarz umsäumt ist, jedoch die Mitte weiß bleibt“. Diese Beschreibung macht deutlich, dass die Schwarzgeschuppten in Wirklichkeit immer Gesäumte waren. Das war leider nicht die einzige Fehleinschätzung. Unsere Bewertungsvorgaben waren immer darauf ausgerichtet, dass als Zuchtziel ein möglichst klar abgegrenzter, intensiver und nicht auslaufender Saum angestrebt werden soll. Nach heutigen Erkenntnissen müssen wir dieses Anspruchsdenken korrigieren.

 

Zum besseren Verständnis für die gesamte Problematik der Schwarzgesäumten sind gewisse Sachkenntnisse sicherlich hilfreich. Nach unserem heutigen Wissensstand wird neben der Strasserzeichnung (Gazzi) die Farbe und Zeichnung von mindestens vier weiteren Faktoren mehr oder weniger stark beeinflusst. Wenn vier Faktoren zusammenwirken, dann wird verständlich, dass die Zucht der Schwarzgesäumten mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Die Grundzeichnung der Gesäumten ist die Hämmerung. Der Faktor Toy Stencil beeinflusst in Reinerbigkeit die Zeichnungsanlagen wie Binden, Hämmerung und auch die dunkle Hämmerung. Bei bindiger Zeichnungsanlage erhält man Wießbindige, bei gehämmerter Zeichnungsanlage spricht man von Weißgeschuppten, bei der dunklen Hämmerung von Hellschildigen. Wäre nur Toy Stencil für die Zeichnung der Schwarzgesäumten verantwortlich, dann müsste ein klar abgegrenzter Saum züchterisch zu verwirklichen sein. Außerdem wären dann alle Schwingen- und Schwanzfedern einfarbig schwarz. Das ist nichtzutreffend, und somit müssen noch andere Faktoren beteiligt sein.

Bei Züchterbesuchen in den 1960er und 70er Jahren habe ich selbst gesehen und auch erklärt bekommen, dass Fremdrassen mit dem Faktor Orient Stencil eingekreuzt wurden. So zum Beispiel bei Erich Holdt in Marl. Die Vererbung dieses Faktors verläuft ähnlich wie bei Toy Stencil. Neben den Zeichnungsanlagen werden aber auch die Schwanzbinde, die Flügelspitzen und das übrige Rumpfgefieder beeinflusst. Das hat auch Auswirkungen auf die Überzeichnungen im Bauch und Schenkelgefieder bei unseren Schwarzgesäumten. Somit müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Überzeichnungen genetisch bedingt sind.

Für noch mehr Klarheit sorgt ein Fachbericht von Andreas Leiß aus dem Jahr 2003, den Armin Baumgartner nach mühevollen Recherchen aufspüren konnte. Neben den beiden zuvor beschriebenen Faktoren dürfte ein Dritter von noch größerer Bedeutung für die Zeichnungsanlagen bei den Schwarzgesäumten sein. Es handelt sich um den Erbfaktor Pencilled. Die folgenden Ausführungen von A. Leiß verhelfen uns zu mehr Planungssicherheit für die Zucht und den Bewertungsvorgaben.

A. Leiß schreibt: ,,… Die Wirkung von Pencilled besteht darin, die Farbpigmente mehr oder weniger stark an den Federrand zu drängen. In der Übergangszone zwischen der farblosen (weißen) Zone an der Federbasis und dem pigmentierten Federrand kommt es zu einer unregelmäßigen feinen Strichelzeichnung. Also zu kleinen strichelartigen Farbeinlagerungen auf weißem Grund. Besonders auffällig ist diese Zeichnung in den Handschwingen und Schwanzfedern ausgeprägt. Die Stärke der Pigmentreduzierung im Flügelschild ist recht variabel. Bei sehr hellen Typen ist eine farbliche Säumung nur im Jugendgefieder erkennbar, welche nach der Mauser fast völlig verschwindet…“. Findet man eine etwas dunklere Variante, welche auch im Altgefieder eine mehr oder weniger breite Säumung im Flügelschild entstehen lässt. Diese findet man bei schwarzgesäumten Strassern und Mährischen Strassern. Bei allen Varianten ist das Zeichnungsbild im Jugendgefieder dunkler als bei Alttieren. Das Rumpfgefieder wird durch Pencilled ebenfalls aufgehellt, wenngleich meist in einem geringeren Ausmaß als im Flügel- und Schwanzbereich. Dass es sich bei Pencilled um einen relativ instabilen Faktor handelt, werden Züchter der oben genannten Rassen bestätigen können. Ohne züchterische Selektion treten sowohl extrem helle Tiere auf, welche oft nur noch im Kopfbereich und an den Schwanz- und Schwungfedernenden eine Pigmentierung aufweisen, als auch sehr dunkle Vertreter mit einer verschwommenen Schildsäumung, welche im vorderen Schildteil kaum Weißanteile zeigen kann. Hier liegt es an dem Geschick des Züchters, mit Fingerspitzengefühl seine Zuchtpaare zusammenzustellen und so manche Ausgleichspaarungen vorzunehmen. Anzumerken sei, dass Pencilled immer mit einer mehr oder weniger stark gestrichelten Schwingen- und Schwanzzeichnung gekoppelt ist. Eine Forderung nach farbigen Schwingen und Schwänzen ist daher mit Pencilled unrealistisch. Auch die Schildzeichnung wird bei diesen Tauben nie so einheitlich und scharf gezeichnet wie bei Rassen sein, deren Säumung oder Schuppung durch andere Faktoren wie z.B. Toy Stencil und Dominant Opal erzeugt wird. Dies sollte bei der Beurteilung von pencilled gezeichneten Tauben beachtet werden!

Weiterhin berichtet Leiß vom Faktor Undergrizzle, der auch einen begrenzten Einfluss auf die Farbe und Zeichnung bei unseren Schwarzgesäumten haben könnte. Ob der Faktor von größerer Bedeutung für diesen Farbenschlag ist, kann man nach heutigen Erkenntnissen nicht zweifelsfrei belegen und soll somit hier nicht näher erläutert werden.

Welche Lehren müssen wir aus den neuen Erkenntnissen ziehen? Es ist ein großer Fehler, wenn Standardformulierungen und Bewertungsvorgaben mit genetischen Fakten nicht vereinbar sind. Daher müssen wir über folgende Rassemerkmale diskutieren.

1. Es bleiben natürlich Gesäumte, aber wir dürfen keinen markanten, klar abgegrenzten Saum fordern. Genetisch bedingt der Faktor Pencilled einen Strichelsaum und muss somit künftig als Vorzug gesehen werden. Eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Säumung über das ganze Flügelschild bleibt natürlich das Wunschziel. Im vorderen Teil des Schildes ist die Säumung jedoch markanter und verschwommener. Das müssen wir tolerieren, da es sonst im übrigen Flügelschild an Farbsubstanz mangeln würde. Leider werden durch den Faktor Pencilled auch Rosttöne begünstigt, die wir aber auch weiterhin nicht akzeptieren sollten. Weiße Schwingenfedern ohne jegliche Farbpigmentierung gelten weiterhin als Mangel.

2. Reine weiße Binden werden die Ausnahme bleiben. Wenige schwarze Strichelchen sollten (müssen?) wir tolerieren. Ein markanter Bindensaum ist reines Wunschdenken. Auch hier setzt sich die durch Pencilled bedingte Strichelsäumung durch.

In diesen beiden Punkten sind die genetischen Vorgaben so beweiskräftig, dass für eine abweichende Meinungsbildung wenig Spielraum bleibt.

3. Die Rückenfarbe gehört zwar auch zu den Bewertungskriterien, aber wir sollten in unseren Forderungen maßvoll bleiben. Erwünscht ist natürlich, dass jede Rückenfeder zumindest ein kleines Farbpigment zeigt. Sind einzelne Federn ganz weiß, dann sollten wir das tolerieren. Ein schmaler weißer Steg sollte als Wunsch und wenn der Rücken überwiegend weiß ist, als Mangel in die Kritikgestaltung einfließen. Das ist nur ein Vorschlag und es besteht weiterer Klärungsbedarf.

Auch bei der Rückenfarbe können wir den Einfluss von Pencilled nicht völlig ausschließen, da durch diesen Faktor auch das Rumpfgefieder aufgehellt wird. Daher meine vermeintlich großzügige Empfehlung für die Bewertung.

4. Die Augenfarbe ist nicht mehr das große Problem, wie noch vor ca. 50 Jahren. Dunkle Irispünktchen sind seltener geworden und werden bei Alttieren nicht toleriert. Wenn bei Jungtieren alle sonstigen Vorzüge gegeben sind, ist eine Bewertung bis maximal 93 Punkte möglich. Ob wir das auch in einigen Jahren noch akzeptieren müssen, wird die Zukunft zeigen, denn durch eine konsequente Selektion wurde schon sehr viel erreicht.

Wir haben bisher ja immer gerätselt, warum ausgerechnet die Schwarzgesäumten diese Augenfehler zeigen. Auch hier gibt uns Leiß die Antwort: „Eine in der Zucht unangenehme Eigenschaft von Pencilled ist die Tatsache, dass neben der Gefiederfärbung offensichtlich auch die Augenfarbe beeinflusst wird. So treten bei Rassen mit Pencilled überdurchschnittlich häufig Tiere mit gebrochenen Augen auf“.

5. Das allergrößte Problem sind jedoch die farblichen Überzeichnungen im Schenkel- und Bauchgefieder. Diesbezüglich wird es wohl den größten Gesprächsbedarf und unterschiedliche Meinungen geben. Dieser Fehlzeichnung kann man nur teilweise mit einer konsequenten Selektion entgegenwirken. Selbst aus zwei sauber gezeichneten Tauben, zeigt die Nachzucht mehrheitlich wieder Überzeichnungen. Wenn über Jahrzehnte, selbst durch eine konsequente Auslese der Fehler nicht ausgemerzt werden kann, dann muss man auch über genetische Ursachen nachdenken. Vermutungen und Wunschdenken sind ein schlechter Ratgeber für Problemlösungen. Damit die richtigen Entscheidungen zum Wohle unserer Strasser getroffen werden, und fachlich und genetisch alles abgesichert ist, habe ich den sachkundigen Rat von Prof. Sell eingeholt. Wir können die Fakten, die für die Farbe und Zeichnung bestimmend sind, nicht einfach ignorieren. Durch den Faktor Pencilled wird nicht nur das Flügelschild, die Schwingen- und Schwanzfedern, sondern auch das Rumpfgefieder beeinflusst.

 

Noch größeren Einfluss auf die Überzeichnungen hat der Faktor Orient Stencil. Prof. Sell schreibt: „Orient Stencil unterscheidet sich von Toy Stencil darin, dass neben den Zeichnungsanlagen auch die Schwanzbinde, die Flügelspitzen und das übrige Rumpfgefieder in der Färbung beeinflusst werden“.   

Der Verursacher für die Überzeichnungen bei den Schwarzgesäumten ist uns nun bekannt. Jetzt müssen wir eine Lösung finden, die den Züchter motiviert und den Farbenschlag fördert. Das wird ohne eine gewisse Kompromissbereitschaft kaum zu verwirklichen sein.

Unser Zuchtziel, ein farblich reines Schenkel- und Bauchgefieder anzustreben, sollten wir nicht aufgeben. Es werden ja auch immer wieder sauber gezeichnete Tauben gezeigt. Nur ist es bisher nicht gelungen, diesen Vorzug erblich zu festigen und es bleibt weitestgehend ein „Glücksspiet“. Nach heutigen Erkenntnissen wird es auch künftig nicht gelingen den Einfluss von Pencilled in Verbindung mit Undergrizzle und Orient Stencil ganz auszuschalten.

Wie könnte eine Kompromisslösung aussehen?

Für die beiden Höchstnoten sollte man weiterhin ein reines Schenkel- und Bauchgefieder fordern. Damit wäre auch künftig der Anreiz gegeben, züchterisch das erwünschte Zuchtziel anzustreben. Bei der Beurteilung der überzeichneten Federn muss man differenzieren. Sind die einzelnen Federn einschließlich Schaft weiß, und nur die Federspitze hat einen schmalen farbigen Saum, könnte man mit sg94 bewerten. Bei einem breiteren Saum wäre noch sg93 möglich. Ist die Feder jedoch überwiegend farbig, dann ist das ein Mangel. Natürlich darf sich diese Fehlzeichnung nicht auf das ganze Schenkel- und Bauchgefieder ausbreiten, oder noch großflächiger auftreten. Diese Bewertungsempfehlungen sind kein Beschluss, sondern als Vorschlag für eine sicherlich kontrovers geführte Diskussion zu sehen.

Wir müssen jetzt prüfen, ob für die Rot- und Gelbgesäumten ähnliche Problemlösungen erforderlich sind. Eine, den genetischen Fakten angepasste, Toleranz bei der Bewertung der Überzeichnungen im Bauch- und Schenkelgefieder ist nur bei den Gesäumten gerechtfertigt. Für alle anderen Farbenschläge unserer Strasser sind ganz andere Faktoren bestimmend, die genetisch keine Überzeichnungen im Schenkel- und Bauchgefieder bewirken.

Die Tierzahlen auf den Hauptschauen sinken rapide, die Altersstruktur unserer Züchter ist bedenklich, und so könnte eine den genetischen Fakten angepasste Bewertung eine zusätzliche Motivation für unsere Züchter sein. Es werden sich kaum neue Züchter finden, wenn unlösbare züchterische Schwierigkeiten die Freude an unserem Hobby trüben. Ich denke, wir werden eine für alle Seiten befriedigende Lösung finden, die unsere Schwarzgesäumten in eine gesicherte Zukunft führt.

Ich freue mich auf unsere Gespräche in Straßkirchen.

Hansjörg Gradert


24.07.2017

Zuchtfreund Volker Tampke bittet um Unterstützung und Mithilfe

 

Heute habe ich von Volker folgende E-Mail erhalten:

 

Hallo Dieter,

bereits im Jahr 2015 wurden mir auf der Nationalen in Dortmund meine beiden besten Tauben gestohlen.

Jetzt hat es mich leider wieder erwischt; in der Nacht vom 20. auf den 21.07.2017 wurden mir 16 Strasser im Farbenschlag schwarz gestohlen.

Der Diebstahl ist bei der Polizei zur Anzeige gebracht. 

Die Tiere haben folgende Ringnummern: 

BX 129/17
BX 131/17
BX 132/17
BX 134/17
BX 135/17
BX 136/17
BX 137/17
BX 139/17
BX 140/17
BX 143/17
BX 144/17
BX 145/17
BX 146/17

CR 515/16
AG 50/16  und

GG 08/07            (die Täubin hatte bei mir Gnadenbrot … J)

Es wäre nett, wenn Du die Ringnummern veröffentlichen könntest. Vielleicht tauchen die Tauben ja noch einmal in der Öffentlichkeit auf.

Vielen Dank für Deine Unterstützung.

Mit freundlichen Züchtergrüßen

Volker Tamcke
Altenschleuse 22
21640 Neuenkirchen

Tel. 0172 4063896
Mail to: volkertamcke@ewetel.net

 


17.07.2017

Strasserzüchter auch mit anderen Rassen erfolgreich und im Sonderverein aktiv

 

Mehr über die Englischen Nonnen und deren Züchter erfahren sie im Kleintierzüchter, Ausgabe 14/2017 Seite 10 bis 14. Es sind unsere beiden Sonderrichter Gerald Wudi und Uwe Kühne. Gerald ist Zuchtwart und Uwe Kassierer im Sonderverein.

 

Ein interessanter Beitrag mit feinen Bildern.

 

 


23.5.2017

Aktuelles Thema:  Gewellte Schwingen ( Sägeschwingen )

Als gewellte Schwingen- auch Sägeschwingen genannt- werden wellenförmige Veränderungen im hinteren breiteren Bereich der Federfahne bezeichnet

( s. Bild ). Sie treten fast ausschließlich an den Handschwingen auf. Gewellte Schwingen kommen bei allen Rassen vor, jedoch in unterschiedlicher Intensität.

Dunkle Federn sind weniger betroffen, helle oder gar weiße Federn umso mehr. Wellige Schwingen sind sowohl in den Nestschwingen als auch im bleibenden Gefieder zu erkennen.

Es gab sie schon immer, wie sich in altem Bildmaterial auch eindeutig erkennen lässt, sind aber jetzt in den Fokus der Erfinder von Krankheiten geraten. Sie können somit auch keine Folge der Einflüsse der modernen Industriegesellschaft sein. Da auch Brieftauben mit Spitzenleistungen das Merkmal mitunter deutlich zeigen kann man sagen, dass keine negativen Einflüsse auf die Flugleistung bestehen.

Der Mensch nimmt die Natur oft zum Vorbild: Vögel und ihr Flugvermögen sind hierfür ein gutes Beispiel. Auch heute noch zeigen Flugzeuge ähnliche Strukturen wie ein fliegender Vogel. Dazu möglichst leicht aber sehr stabil. Stabilität lässt sich durch " Sicken " von Dünnmaterial erreichen: Insbesondere bei Baustoffen ( Wellblech, Trapezblech und im Karosseriebau, Konservendosen ) ) aber auch in der Verpackungsindustrie ( Plastebehältnisse in der Lebensmittelbranche, Wellpappen ). Durch das " Sicken " kommt es zu Materialeinsparungen und Erhöhung der Stabilität. Könnte der Vergleich zu den gewellten Schwingen der Tauben passen?

Weiße und helle Federn sind nicht so widerstandsfähig wie dunkle Federn ( Brieftaubenzüchter wissen das ). Greift die Natur hier besonders helfend ein und versucht durch stärkere Ausprägung der Wellen ( "Sicken" ) einzugreifen ?

Man sollte nicht immer das Negative einer Erscheinung zuerst in Erwägung ziehen sondern sich fragen, warum die Natur es so gestaltet.

Laut Festlegung von Herrn Reiner Wolf, BZA- Spartenvorsitzender Tauben auf der VDT Jahreshauptversammlung 2015 in Leipzig, sind nicht glatte Schwingen derzeit nicht zu strafen. Andere Auslegungen durch Preisrichter und Obleute sind nicht gerechtfertigt. Hoffentlich kommt es nicht wieder zu Ausnahmeregelungen einiger Sondervereine- dann haben wir das gleiche Dilemma wie bei der Anzahl der Handschwingen und die Federzähler erhalten wieder ein Mal mehr Gelegenheit eine neue Krankheit zu erfinden.

Sollte man mich um Rat fragen, würde ich empfehlen das Kapitel abzuschließen. Andere Dinge bedürfen einer wesentlich dringenderen Lösung.

Dr. Dieter Bechtel ( Zuchtwart Bezirk 13 )

 

     

 


21.03.2017

 

Not macht erfinderisch!!!      Tränken Wender Marke Eigenbau.

 

Was Tun wenn man ein Handgelenk wegen einer Operation 4-5  Monate nicht belasten darf.  Für jeden Züchter eine Horror Vorstellung, wenn man 5-6 Tränken täglich im Einsatz hat sind es 600- 700 Tränken. Ich musste mit einer Hand zurechtkomme, brauchte also eine Lösung  und so entstand mein Tränken Wender.

Und so funktioniert dieser mit 4 oder 6 Liter Tränken:

Bild 1

 

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Und somit brauchte ich keine Hilfe und konnte meine Tauben selbst versorgen.

Mit Züchtergruß

Hans Kiener

 

 
 

27.12.2016

Ereignisse beim VDT - die gehen auch uns etwas an!

Kurzprotokoll der außerordentlichen VDT-Jahreshauptversammlung

am 23.07.2016 in Suhl


Liebe Mitglieder und Zuchtfreunde,

die außerordentliche Jahreshauptversammlung des VDT in Suhl ist Vergangenheit. Wir wollen die einzelnen Ergebnisse noch einmal stichwortartig zusammenfassen:

Harald Köhnemann begrüßte die zahlreichen Delegierten und Zuchtfreunde.

Bei der Totenehrung wurde stellvertretend der Zuchtfreunde Gerhard Liebscher und Hansjörg Hörr gedacht.

Bei der Feststellung der Beschlussfähigkeit wurden 276 Stimmen einschließlich der Vorstandsstimmen als stimmberechtigt ausgewiesen.

Die bekannte Tagesordnung wurde um den Punkt 3.1 “Allgemeine Aussprache” mit der erforderlichen 2/3-Mehrheit ergänzt. Hierzu haben sich Zuchtfreunde auf die unter TOP 3 verlesene “Persönliche Erklärung des 1. Vorsitzenden” geäußert.

Anschließend wurde der Tagesordnungpunkt 4.1 “Abwahl des 1. Vorsitzenden Harald Köhnemann” aufgerufen. Harald Köhnemann hat dabei den Antrag persönlich verlesen. Die anschließende geheime Abstimmung brachte folgendes Ergebnis:

225 Ja-Stimmen, 51 Nein-Stimmen; keine Stimmenthaltung.

Damit wurde Harald Köhnemann als 1. Vorsitzender des VDT durch die außerordentliche Jahreshauptversammlung abgewählt.

Harald Köhnemann verlas noch zwei Mitteilungen, und zwar von Volker Schult, der sein Amt als Beisitzer bereits im Vorfeld niedergelegt hat, und von Martin Zerna, der mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurücktritt.
Anschließend ging Harald Köhnemann zu Reiner Wolf, der seinen Rücktritt vom Amt des Zuchtausschussvorsitzenden verkündet hat. Harald Köhnemann dankte Reiner Wolf für seine geleistete Arbeit. Reiner Wolf wurde aufgrund seiner riesigen Verdienste um die deutsche und internationale Rassetaubenzucht mit stehenden Ovationen des gesamten Plenums belohnt.

Danach haben auch Marina Körber (2. Kassiererin) und Marco Schneider (1. Schriftführer) ihren sofortigen Rücktritt erklärt.
Harald Köhnemann, Martin Zerna, Marina Körber und Marco Schneider haben daraufhin die Versammlung verlassen.
Zum weiteren Protokollführer wurde mehrheitlich Wilhelm Bauer gewählt.

BDRG-Präsident Christoph Günzel hat danach die Wahlleitung übernommen. Als Vorschlag zur Wahl des 1. Vorsitzenden kam aus der Versammlung der Vorschlag Götz Ziaja. Götz Ziaja erklärte sich bereit, das Amt im Fall einer Wahl anzunehmen. Er skizzierte seine Vorstellungen und lies noch einmal die vergangene Zeit Revue passieren. Götz Ziaja wurde daraufhin mit großer Mehrheit zum 1. Vorsitzenden des VDT gewählt. Christoph Günzel gratulierte recht herzlich und wünschte Götz Ziaja immer ein glückliches Händchen.

Als 2. Vorsitzender schlug Götz Ziaja den Zfr. Reinhard Nawrotzky vor, der ebenfalls mit großer Mehrheit gewählt wurde. Burkhardt Itzerodt hat bereits im Vorfeld zugesagt, in seinem Amt zu bleiben, um die nötige Zahlungs- und Handlungsfähigkeit des VDT zu gewährleisten.
Durch die Rücktritte und vorliegenden Anträge mussten nötig gewordene Ergänzungswahlen durchgeführt werden. Folgende Zuchtfreunde wurden in die Ämter mehrheitlich gewählt: Peter Jahn (1. Schriftführer), Daniel Calliez (2. Schriftführer), Rainer Dammers (2. Kassierer), Edmund Schmidt (Beisitzer).

Damit hat der VDT ab sofort folgende Vorstandschaft:
Götz Ziaja (1. Vorsitzender)
Reinhard Nawrotzky (2. Vorsitzender)
Peter Jahn (1. Schriftführer)
Burkhardt Itzerodt (1. Kassierer)
Daniel Calliez (2. Schriftführer)
Rainer Dammers (2. Kassierer)
Edmund Schmidt (Beisitzer)

Darüber hinaus wurden folgende Beschlüsse gefasst, die bitte unbedingt in den Mitgliedsvereinen publik gemacht werden sollen:

1.) Die Auszahlung der RZ-Beträge wird bis zur Jahreshauptversammlung anlässlich der VDT-Schau in Erfurt ausgesetzt. Es soll zunächst geklärt werden, wie die Kassenlage ist.

2.) Zur Jahreshauptversammlung in Erfurt erarbeitet die Vorstandschaft einen Antrag bezüglich des Jahresbeitrages an den VDT. Derzeit haben Vereine 2,– €, 3,– € oder 3,– € unter Vorbehalt bezahlt. Unter Umständen wird hier Geld an die Vereine zurückbezahlt werden müssen.

3.) Die Postkartenaktion bezüglich der weiteren Zukunft von “Die Rassetaube” wird mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Durch gemachte Fehler in der Gestaltung und dem Problem der Verarbeitung durch die Post kann sie sowieso nicht repräsentativ sein. Bitte unbedingt alle Züchter darauf hinweisen, die Karten nicht mehr abzuschicken, da dem VDT dadurch erhebliche Kosten entstehen können.

4.) Bis zur endgültigen Übergabe der Kontaktdaten an den nunmehr Verantwortlichen für die VDT-Homepage wird die Homepage des Sondervereins der Züchter Süddeutscher Farbentauben als offizielle Homepage des VDT geführt.

In seinen Schlussworten dankte Götz Ziaja allen und fand es schade, dass Harald Köhnemann die Versammlung bereits verlassen hat. Ihm wäre es ein Bedürfnis gewesen, ihm für die Arbeit zum Wohl des Verbandes noch einmal zu danken.

Eine außergewöhnlich gut besuchte außerordentliche Jahreshauptversammlung des VDT wurde um 17.20 Uhr geschlossen.

Wir freuen uns auf Erfurt zur VDT-Schau, bei der die nächste VDT-Versammlung stattfinden wird. Der neuen Vorstandschaft wünschen wir viel Kraft und Tatendrang, um das VDT-Schiff wieder auf Kurs zu bringen.

gez. Wilhelm Bauer, 1. Vorsitzender. SV d. Z. Süddeutscher Farbentauben e.V.
Mit der Protokollführung beauftragt.
Nürtingen, 24. Juli 2016


 
 

KTZ 24/2016

 

 

 

 

 

 

Diese drei Bilder gehören noch dazu!

     

 

 
     
 


Tiergesundheit - Jungtaubenkrankheit

 
  07.04.2014
Beitrag zur "Jungtaubenkrankheit"
Erfahrungsbericht und Ausblick
Keine andere Taubenkrankheit beschäftigt uns seit längerer Zeit so sehr wie die sogenannte "Jungtaubenkrankheit ", und es werden unterschiedliche Ursachen, Maßnahmen der Vorbeugung und Behandlung diskutiert.

Während die holländischen und belgischen Autoren die Adenoviren (Adeno-Colisyndrom) als primäre Ursache ansehen, macht man im deutschsprachigen Schrifttum fast ausschließlich Circoviren (CV) primär für die Krankheitsenstehung verantwortlich. Auch gibt es Meinungen, dass bis vor ca. 15 Jahren in Deutschland die Adenoviren primäre Pathogenitätsursache waren.
Circoviren sind keine einheitliche Erregergruppe, es gibt sie bei Haussäugetieren ( bei Schweinen gibt es sogar seit einigen Jahren einen Impfstoff ) und Vögeln mit unterschiedlichen Antigenstrukturen ( auch hier unterschiedliche Typen - die Taubenpopulation hat ihr eigenes CV - ).CV - Erkrankungen mit artspezifischen aviären Genomen sind z.B. bei Kanarien und Gänsen bekannt. Auch wird diskutiert, dass es innerhalb des Taubencircovirus noch Subtypen gibt oder sogar regionale Unterschiede bestehen. Erschwerend kommt hinzu, dass Circoviren in jedem Taubenbestand nachweibar sind, wenn man nur intensiv und lange genug danach sucht.
Circoviren haben an Bedeutung gewonnen, nachdem sie bei Schweinen gesundheitliche Schäden hervorriefen ( Ende des 20.Jahrh. in Kanada ).
Um der CV-Infektion bei Tauben näher auf den Grund zu kommen, wurden wissenschaftliche Institute eingeschaltet und Arbeitskreise gebildet. Es gibt viele Teilergebnisse aber keine endgültigen Lösungen.
Die Circovirusinfektion der Tauben hat sich in den letzten Jahren weiter ausgebreitet.
Milde Verläufe werden von unerfahrenen Züchtern falsch gedeutet, andere verschweigen die Erkrankung aus falschem Stolz.
Es erkranken bevorzugt Jungtauben im Alter von ca. 4 Wochen bis 10 Monaten- was der Erkrankung auch ihren Namen gab.
Nestjunge erkranken meist nicht, da sie vermutlich über Eidotter und "Kropfmilch" spezifische Immunglobuline besitzen (passive Immunität).
Da die Erkrankung oft nach der ersten Ausstellung akut auftritt, könnte sie auch den Namen "Ausstellungskrankheit" tragen. Die danach ausgebildete Immunität hält nach eigenen Beobachtungen vermutlich lebenslang. Es gibt aber auch Mitteilungen, insbesondere von "Brieftaubentierärzten", wonach auch Jährige wieder erkranken. Noch nicht bekannt ist, ob es nach dem Überstehen der Erkrankung bei klinisch gesunden Tauben Dauerausscheider gibt. Möglich ist auch, dass es sich bei einer erneuten Erkrankung um einen anderen Subtyp des Circovirus als Ursache handelt. Bleibende Schäden nach Überstehen der Erkrankung konnten nach eigenen Erfahrungen nicht beobachtet werden. Die Tauben erkranken nach einer Ansteckung im typischen Fall nach 3 bis 6 Tagen, sind somnolent, nehmen kaum Nahrung auf und haben Durchfall. Der Kot ist meist dunkelgrün verfärbt und fadenziehend.
Ein wichtiges diagnostisches Krankheitssymptom ist das Erbrechen von
Kropfinhalt. Das Erbrochene wird von den anderen noch gesunden Tauben gierig aufgenommen. Hierdurch werden diese Tiere auch angesteckt. Es gibt sogar Empfehlungen, das Erbrochene in den Futtertrog zu geben, damit der Bestand möglichst schnell durchseucht. Man sollte aber bedenken, dass damit vermutlich hohe Dosen an Virus aufgenommen werden und es eventuell zu einer höheren Belastung für das geschädigte Immunsystem (Immunsuppression) kommt. Diese Vorgehensweise kann nicht allgemein empfohlen werden. Der weitere Krankheitsverlauf ist unterschiedlich, manche Tauben sind schwer krank, trinken nur noch und haben einen mit Wasser gefüllten festen Kropf, die Ausscheidung über den Magen-Darm-Kanal sistiert. So erkrankte Tauben verenden in der Regel nach 1 bis 3 Tagen.
Bei milderen Verläufen erholen sich die Tauben nach 1 bis 2 Wochen, und nach ca. 3 Wochen ist der Bestand in der Regel wieder klinisch gesund.
Das Circovirus schädigt das Immunsystem der Tauben (immunsuppressive Wirkung), die körpereigenen Abwehrkräfte werden außer Kraft gesetzt. Für Jungtauben ist die sog. Bursa fabricii, einem lymphatischen Organ - im Enddarm über der Kloake gelegen- mit der Bildung von sog. B-Lymphozyten für die humorale Immunität verantwortlich. Die Bursa fabricii wird bis zum Erwachsenenalter (ca. Geschlechtsreife ) zurückgebildet und die Funktion der Abwehr wird danach von anderen Organen übernommen.( Knochenmark). Die Bursa fabricii und die Milz werden bei den jungen Tauben in ihrer Funktion so stark geschädigt, dass andere Krankheitserreger die Tauben zusätzlich schädigen können.
Solche Erreger sind Bakterien ( enterohämorrhagische Escherichia coli, Salmonellen ), Protozoen ( Hexamiten, Trichomonaden, Kokzidien ) - aber auch latent im Bestand vorhandene Paramyxoviren (PMV1) und Salmonellen können plötzlich ein akutes Krankheitsgeschehen auslösen. Toxine der E.coli -Keime sind im Zusammenhang der CV-Erkrankung die Hauptursache für die schwere des Verlaufs der Erkrankung und Grund für teilweise hohe Mortalitätsraten. Gewissenhafte Taubenzüchter sollten auch aus diesem Grund den gesamten Bestand gegen Salmonellose und Paramyxovirusinfektion unter Impfschutz halten.
Nicht unerwähnt bleiben sollen eigene Beobachtungen bei Jungtauben im Alter ab ca. 3. Lebenswoche: Wachstumsstillstand, Gewichtsverlust, Federfahnen gehen teilweise nicht auf und manchmal ist das Schnabelwachstum gestört (bei Überstehen der Erkrankung Kreuzschnabel möglich). Solche Veränderungen sind bei Psittaciden schon länger als Ursache von CV-Infektionen bekannt (PBFD)-Psittacine Beak and Feather Disease- ( Schnabel- und Federkrankheit ).
Der Nachweis des CV wird labordiagnostisch über PCR geführt (Polymerase-Kettenreaktion).
Erfahrene "Taubentierärzte" und Taubenzüchter erkennen eine akute CV-Infektion allein am charakteristischen Verlauf.

Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung der Jungtaubenkrankheit
Veranstaltungen mit Tauben ( Ausstellungen, Märkte, Flüge bei Reisebrieftauben) sind immer mit Ansteckungsgefahren verbunden. An möglichen Infektionskrankheiten muss mit allen Erregern gerechnet werden. Die Ansteckung geht in der Regel von Tieren aus, die klinisch gesund erscheinen aber Krankheitskeime ausscheiden ( latente Infektionen ).
In der Wirtschaftsgeflügelzucht ist es undenkbar, dass ein Unternehmen aus seinem Bestand Tiere zu einer Ausstellung bringt und sie danach wieder in den Ursprungsbestand zurückstellt. Die großen Geflügelanlagen werden ähnlich wie atomare Anlagen gegenüber der Umwelt abgeschirmt. Trotzdem bleiben immer Restrisiken bestehen und müssen Impfungen durchgeführt werden.
Wir Rassetaubenzüchter und Brieftaubenzüchter müssen zur Betreibung unseres Hobbys aber mit diesen möglichen Gefahren leben. Es ist eine Illusion zu glauben, dass optimale Haltungsbedingungen ( Schlaghygiene, Fütterung, Vitamin- und Mineralstoffversorgung) eine CV-Infektion verhindern können. Trinkwasserzusätze und Tee jeder Art schützen nicht vor einer CV-Infektion. Vermeidung von Stress wirkt sich gegenüber allen Infektionskrankheiten günstig aus, nicht nur bei der CV-Infektion der Tauben. Die
 CV-Erkrankung ist eine hochkontagiöse Erkrankung, die mit großer Wahrscheinlichkeit hauptsächlich auf aerogenem Weg (Atemwege, Staub ) übertragen wird. Der alimentäre Infektionsweg ist auch möglich.
Die anfangs beschriebenen Symptome der CV-Erkrankung sind vergleichbar mit der EHEC ( Enterohämorrhagische Escherichia Coli)-Erkrankung und der Norovirus-Infektion des Menschen, die in den vergangenen Jahren durch die Medien allgemein bekannt wurden.
Die Behandlung der CV-Erkrankung der Tauben sollte unter Einbeziehung eines Tierarztes erfolgen:
Schwer erkrankte Tiere ohne Rassewert sollten aus Gründen des Tierschutzes vor einer Bestandsbehandlung gemerzt werden.
Ein akutes Krankheitsgeschehen bedarf unbedingt auch der medikamentellen Behandlung, um Verluste von wertvollen Tieren möglichst gering zu halten.
Schwerpunkt ist die Substitution des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes der Tauben und die Minderung der Toxinschäden , die vorrangig von den E.coli Keimen stammen. Deshalb sollten neben den allgemein üblichen Medikamenten ( geeignete Antibiotika ) unbedingt toxinresorbierende Mittel ( z.B.Huminsäuren) zum Einsatz kommen. Durch die bakterienabtötende Wirkung (baktericide Wirkung) der Antibiotika kommt es zu einem noch höheren Anstieg des Toxins im Körper der kranken Tauben ( einfach gesagt mit dem "Leichengift"- Endotoxin - der Bakterien ) und es können dadurch vermehrt Verluste auftreten (i.R.Nierenversagen).
Medikamententencocktails ( verschiedene Antibiotika, Zusätze gegen Trichomonaden, Hexamiten, Kokzidien ) sollten unterbleiben und sind auch arzneimittelrechtlich dubios. Diätetische Maßnahmen- wie die Verwendung von Tee als Tränke -können begleitend eingesetzt werden. Gleiches gilt für den Einsatz von Multivitaminpräparaten.
Gründliche Reinigung und Desinfektion sollten nach einem Krankheitsgeschehen erfolgen. CV-Viren sind sehr widerstandsfähig.
Es bleibt zu hoffen, dass bald ein geeigneter CV-Impfstoff für Tauben zur Verfügung steht. Wir haben Fachleute, die mit Eifer daran arbeiten.
 Versuche mit Coli-Vakzinen sollten immer aus schlagspeziefischen Keimisolaten geführt werden, denn die Antigenstrukturen von E.- Colikeimen sind außerordentlich vielgestaltig.
Einen durchschlagenden Erfolg zur Verhütung der CV-Infektion der Tauben wird man im Kampf gegen die Begleitflora mit einer Coli-Vakzine wahrscheinlich nicht erzielen, die Morbiditäts- und Mortalitätsrate könnte sinken.
Wir hoffen auf einen wirksamen CV-Impfstoff, dann wären die Taubenzüchter eine emotionale Belastung los und hätten mehr Freude an dem schönen Hobby .
Dr. D. Bechtel, prakt. Tierarzt
Zuchtwart (2) Bez.13
 

2012

Eine etwas andere Geschichte


von Klaus Kolm als PDF-Datei.